Artikel mit ‘Fürstenhagen’ getagged

Obmänner für historische Grenzsteine berufen

Donnerstag, 25. November 2010

Das Wetter spielt mit, als am Donnerstagnachmittag, dem 18.November 2010, Dipl.-Ing. Frank Mause, Leiter des Amtes für Bodenmanagement in Korbach, nach Heisebeck kommt, das wie eine hessische „Halbinsel” nach Niedersachsen hineinragt. Und so können die Herren Heiko Hermann und Thomas Klepsch ihre Ernennungsschreiben zum „Obmann für historische Grenzsteine” für den Bereich Oberweser auch an Ort und Stelle direkt auf der Landesgrenze erhalten.
Die frisch ernannten Obleute aus Heisebeck unterstützen zukünftig bei der Erfassung, Überwachung und Erhaltung historischer Grenzsteine an der Landesgrenze zwischen den Bundesländern. In emsiger Arbeit haben sie bereits begonnen, alle Steine fotografisch aufzunehmen. Endstadium ist die Erfassung in einer entsprechenden digitalen Datenbank beim Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation.
Dass es nicht darum geht, Grenzen als trennendes Element, sondern als gemeinsame Verbindung wahrzunehmen, sieht man an den Anwesenden aus dem hessischen Heisebeck und Wahlsburg sowie aus dem niedersächsischen Fürstenhagen und Offensen.
In einem Redebeitrag geht Mause auf die geschichtliche Entwicklung von Grenzen und Grenzmarken ein. An der originalen „Urkarte” aus Karton von 1896 erläutert er die vermessungstechnische Aufnahme der Grenzsteine. Diese Steine haben heute eine Doppelfunktion: Zum einen sind sie nach wie vor gültige Grenzmarken, die privates Grundeigentum in der Örtlichkeit ausweisen, zum anderen sind sie in der Regel so genannte „Kleindenkmäler” mit einer historischen Bedeutung. Und das erste erfordert natürlich, dass sie exakt an Ort und Stelle verbleiben müssen.
Aus Unachtsamkeit oder Unkenntnis ihrer Bedeutung wurden einzelne historische Steine inzwischen beschädigt, verrückt oder gingen ganz verloren. Zuweilen findet man sie auch in Hausgärten wieder.
Schließlich bedankt sich Mause bei Herrn Hermann und Herrn Klepsch für ihre Bereitschaft, tatkräftig und unentgeltlich mitzuarbeiten. „Denn ohne die Arbeit Ehrenamtlicher ist das nicht zu machen, geht etwas aus unserer Heimat verloren,” betont Mause.

 

P1100431_mit_textur

 

In der Bildmitte ist ein historischer Grenzstein zu sehen. Er trägt auf der Vorderseite die Buchstaben KFH für Kurfürstentum Hessen und die Jahreszahl 1847 und auf der Rückseite die Buchstaben KH für Königreich Hannover und die laufende Grenzsteinnummer 307. Im Vordergrund ist das Bundesland Hessen, hinter dem Stein Niedersachsen mit Blick in südwestlicher Richtung auf Fürstenhagen (Bildhintergrund).
Die teilnehmenden Personen (von links nach rechts):
• Heinrich Thiele, Heimatverein Fürstenhagen
• Klaus Kunze, Fürstenhagen
• Eduard Lange, Wahlsburg
• Heiko Hermann, neuer Obmann für historische Grenzsteine Oberweser
• Frank Mause, Amtsleiter Amt für Bodenmanagement Korbach
• Robert Menzl, Gemeindevorstandsmitglied Oberweser
• René Jacobsen, Fachbereichsleiter Amt für Bodenmanagement Korbach
• Jörg Henrici, Ortsvorsteher Heisebeck
• Thomas Klepsch, neuer Obmann für historische Grenzsteine Oberweser
Das Foto wurde freundlicherweise erstellt durch Herrn Dietmar Wieneke, Ortsheimatpfleger Offensen. ( Jörg Henrici)